Zuzug nach Deutschland


Ein Zuzug nach Deutschland wirft eine Vielzahl steuerlicher und rechtlicher Fragestellungen auf. Eine sorgfältige und vor allem rechtzeitige Analyse Ihrer individuellen Situation ist eine unerlässliche Voraussetzung für eine Wohnsitzbegründung im Inland. Die Ergebnisse einer umfassenden Prüfung können frappierend sein. Im schlimmsten Fall kann die Erkenntnis sein, dass der Umzug unterbleiben sollte.

Sofern ein Aufenthalt in Deutschland aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit unumgänglich ist, kann eine Grenzpendler-Lösung die bessere Alternative sein. Wochenendheimreisen bergen aber schon wieder Risiken. Tätigkeitsbedingte Aufenthalte, verbunden mit Familienheimfahrten in den arbeitsfreien Zeiträumen, können je nach der konkreten Länderkonstellation überaus unangenehme steuerliche Folgen nach sich ziehen.

In Abhängigkeit von Ihren Einkunftsquellen können überraschend hohe Steuerbelastungen nach dem Umzug entstehen. Der deutsche Fiskus nimmt beispielsweise eine Einordnung Ihrer Beteiligung an einer ausländischen Gesellschaft vor. Ein solcher Rechtstypenvergleich kann zu der Konsequenz führen, dass im Ausland für steuerliche Zwecke eine Kapitalgesellschaftsbeteiligung gesehen wird, in Deutschland aber eine zuflussunabhängige Besteuerung einer Personengesellschaft – einer transparenten Einheit – erfolgt.

Insbesondere Errichter oder Begünstigte US-amerikanischer Trusts können den Vorschriften für ausländische Familienstiftungen in § 15 des deutschen Außensteuergesetzes unterliegen. Somit erfolgt auch in diesen Konstellationen unter Umständen eine Besteuerung, obwohl gar keine Zahlungen durch den Trust oder durch die Trusts vorgenommen werden.

Die seit Jahren schwelende Diskussion in Bezug auf die Wiederbelegung der Vermögensteuer und die Abschaffung der Abgeltungsteuer auf Zinserträge haben das Potenzial zu „Deal Breakern“ zu werden. Wie sieht es mit einem bestehenden Testament im Zuzugsfall aus? Haben Sie geprüft, ob Meldungen an das Transparenzregister zu machen sind? Kennen Sie Ihren künftigen sozialversicherungsrechtlichen Status und die damit zusammenhängenden Pflichten?

Oftmals wird der Aufenthalt in Deutschland nach einigen Jahren beendet und der Wegzug steht an. Im Idealfall wissen Sie schon vor dem Zuzug welche Konsequenzen hiermit verbunden sein können. Fiktive Veräußerungen oder vergleichbare steuerliche Mechanismen können die Besteuerung stiller Reserven in Kapitalgesellschaftsanteilen und Betriebsvermögen nach sich ziehen. Leider fehlen in einem solchen Fall die korrespondierenden Zuflüsse aus tatsächlichen Veräußerungen, um die Steuerzahlungen zu bedienen. Außerdem ist nicht gewährleistet, dass der Zuzugstaat einen Step-up vornimmt und somit droht sogar eine doppelte Besteuerung der stillen Reserven bei einer nachfolgenden Veräußerung.

Ich prüfe die steuerlichen Auswirkungen Ihres geplanten Zuzugs in Zusammenarbeit mit Ihren ausländischen Beratern auf der Basis Ihrer konkreten Lebenssituation und unter Berücksichtigung Ihrer Pläne. Dabei werden durch die Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten auch andere rechtliche Themen – Testament etc. – beleuchtet. Somit können Sie rechtzeitig die Weichen stellen oder erforderlichenfalls ganz anders abbiegen. Falls Sie dies wünschen, sorge ich dafür, dass die Compliance-Anforderungen im Zusammenhang mit und nach der Wohnsitzbegründung in Deutschland erfüllt werden und selbstverständlich stehe ich Ihnen bei einem Wegzug zusammen mit Partnern im In- und Ausland ebenfalls zur Seite.